Bienen, Blüten, Frieden: Wenn aus Schöpfungsverantwortung konkretes Handeln wird

  • 01.10.2026

Die Schöpfungszeit bietet Kirchengemeinden viele Möglichkeiten, Schöpfungsverantwortung sichtbar und erlebbar zu machen.

Foto: Oliver Conzelmann

Wie das gelingen kann, zeigte ein Aktionstag der Erlöserkirchengemeinde in Essen-Holsterhausen gemeinsam mit dem Nachhaltigkeitsmanagement der Landeskirche. Anlässlich der ökumenischen Schöpfungszeit vom 1. September bis zum 4. Oktober standen Schöpfungsverantwortung, Artenvielfalt und Frieden im Mittelpunkt. Begonnen hatte der Tag mit einem Taufgottesdienst, in dem der rheinische Präses Dr. Thorsten Latzel die Predigt hielt; Superintendentin Marion Greve sprach die Fürbitten.

„Die Schöpfungszeit lädt dazu ein, dass wir uns neu als Teil von Gottes Schöpfung erfahren und darüber nachdenken, was wir zu ihrer Bewahrung tun können“, sagte der Präses. Angesichts von Dürre, Hitze, Bränden und vertrockneten Feldern und Flüssen werde deutlich, wie dringend diese Fragen seien – Schöpfungsbewahrung ist für den rheinischen Präses Kernaufgabe . Schöpfungsverantwortung umfasst mehr als Klima- und Naturschutz. Auch soziale Gerechtigkeit, die Sicherung unserer Lebensgrundlagen und der Frieden gehören dazu. „Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung gehören unlöslich zusammen“, so der Präses Dr Thorsten Latzel.

Foto: Oliver Conzelmann v.l.n.r.: Pfarrer Jan Veldman, Kirsten Neumann (Klimabeauftragte der Erlöserkirchengemeinde Holsterhausen), Präses Dr. Thorsten Latzel, Christoph Diefenbach (Nachhaltigkeitsmanagement, Landeskirchenamt) , Superintendentin Marion Greve, Lisa Springborn Klimaschutzmanagerin des Kirchenkreises Essen

Von der Idee zur Aktion
Foto Kirsten Neumann, „Ausstellung Vielfalt im Garten“

Vorträge über das Projekt „Bienen für den Frieden“ , die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, Klimaschutz in Kirchengemeinden und die Förderung der Biodiversität gaben Denkanstöße. Die Ausstellung „Vielfalt im Garten“ zeigte, welche Bedeutung naturnahe Gärten für die Artenvielfalt haben.

Doch der Aktionstag sollte nicht beim Zuhören bleiben. Gut gestärkt mit veganer Currywurst und leckerem Kuchen ging es anschließend nach draußen: Auf einer Fläche neben dem Gemeindezentrum legten die Teilnehmenden gemeinsam eine neue Blühfläche mit einheimischen Blühsträuchern und Blühstauden an. So wurde Schöpfungsverantwortung unmittelbar sichtbar. „Gemeinsam schaffen wir Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und viele andere Tiere – und setzen damit ein sichtbares Zeichen für die Vielfalt der Schöpfung“, freute sich die Gemeinde.

Schöpfungszeit: eine gute Gelegenheit, etwas zu bewegen

Die Aktion macht Mut, die Schöpfungszeit nicht allein als Zeitraum für Gottesdienste, Predigten und Veranstaltungen zu verstehen. Sie kann auch ein guter Anlass sein, konkrete Projekte zu starten. Dabei muss es nicht immer das große Vorhaben sein. Eine Blühfläche, ein naturnaher Bereich auf dem Kirchengelände, eine Pflanzaktion, ein gemeinsames Müllsammeln oder ein nachhaltiger Begegnungsort können mit überschaubarem Aufwand umgesetzt werden. Wichtig ist, dass Menschen mitmachen und erleben können: Wir können vor Ort etwas verändern.

Foto: Oliver Conzelmann

Gerade die Schöpfungszeit bietet dafür einen passenden Rahmen. Aktionen können öffentlichkeitswirksam gestaltet werden, Menschen über die Gemeinde hinaus erreichen und zeigen, wofür eine Kirchengemeinde steht. Aus einem kleinen Projekt kann so ein sichtbares Zeichen für Schöpfungsverantwortung werden – und vielleicht sogar der Anfang für weitere Schritte. Die Schöpfungszeit lädt deshalb nicht nur zum Nachdenken und Beten ein, sondern auch zum Ausprobieren und Anpacken. Denn Schöpfung bewahren beginnt oft ganz konkret – direkt vor der eigenen Kirchentür.

„Wir danken allen Mitwirkenden für diesen Tag des Feierns und Entdeckens, des Austauschs und des gemeinsamen Handelns!“ Die Leitung des Aktionstages hatten Pfarrer Jan Veldman (Erlöserkirchengemeinde Holsterhausen), Christoph Diefenbach (Nachhaltigkeitsmanagement, Landeskirchenamt) und Kirsten Neumann (Klimabeauftragte der Erlöserkirchengemeinde Holsterhausen).

Stichwort: Schöpfungszeit
Foto: Oliver Conzelmann

Die ökumenische Schöpfungszeit geht auf den Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. zurück, der 1989 zum Gebet für die Schöpfung am 1. September aufrief. 2007 wurde der Zeitraum von der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung offiziell als Schöpfungszeit ausgerufen. Heute laden christliche Gemeinden weltweit vom 1. September bis zum 4. Oktober zu Gottesdiensten, Veranstaltungen und Aktionen rund um Naturschutz und Schöpfungsverantwortung ein. Auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland ruft zur Beteiligung auf.

Die Möglichkeiten sind vielfältig – und oft beginnt es mit einer kleinen Idee, die gemeinsam in die Tat umgesetzt wird.

  • Kirsten Neumann
  • Red