Das Projekt Kirche.info: KI verändert die Suche

  • 21.07.2026

Künstliche Intelligenz und KI-Chatbots verändern die Art und Weise, wie Webpräsenzen wahrgenommen und gefunden werden. Suchmaschinen stehen zunehmend im Wettbewerb mit KI-Chatbots, die von immer mehr Menschen als Alternative zur klassischen Suche genutzt werden. Gleichzeitig entwickeln sich Suchmaschinen weiter und integrieren KI-Systeme, etwa durch KI-generierte Übersichten und direkte Antworten auf Suchanfragen. Damit befindet sich die Internetsuche in einem grundlegenden Wandel.

Erhalten Nutzer*innen ihre Antworten direkt in einem KI-Chatbot oder in der KI-Übersicht einer Suchmaschine, besuchen sie die zugrunde liegenden Webseiten häufig gar nicht mehr. Webseiten werden dadurch zunehmend weniger zu Orten, an denen Informationen konsumiert werden, sondern vielmehr zu Datenlieferanten für KI-Systeme, die diese Inhalte auslesen, strukturieren und in eigenen Antworten wiedergeben. KI verändert damit die Spielregeln der digitalen Kommunikation grundlegend.

Das Projekt

Auch Kirchen müssen auf diese Veränderungen reagieren, wenn ihre Inhalte künftig in KI-gestützten Suchergebnissen sichtbar sein sollen. Das Projekt kirche.info bereitet kirchliche Informationen so auf, dass sie von Suchmaschinen und KI-Systemen leichter gefunden, korrekt interpretiert und in Antworten verwendet werden können.

Datengrundlage sind das EKD-Projekt „Digitale Kirchtürme“ sowie die Veranstaltungskalender der teilnehmenden Landeskirchen, die neben Veranstaltungsdaten häufig auch Kirchen als Veranstaltungsorte enthalten. Für jeden Ort wird nicht nur eine eigene Seite mit den relevanten Informationen zu evangelischen Kirchen, Gottesdiensten und Veranstaltungen bereitgestellt, sondern zusätzlich auch als strukturierte Daten nach dem Standard schema.org veröffentlicht, sodass sie maschinell verarbeitet werden können.

Warum strukturierte Daten entscheidend sind

Ein typischer Anwendungsfall besteht darin, dass Nutzer*innen nach einer Kirche oder einem Gottesdienst suchen. Beispielsweise könnte eine Suchanfrage lauten: „Ich möchte Heiligabend einen Gottesdienst mit Krippenspiel in XYZ zwischen 15 und 17 Uhr besuchen.“ Damit KI-Chatbots auf solche Anfragen passende Antworten geben können, benötigen sie strukturierte Daten.

Strukturierte Daten bilden eine wichtige Grundlage dafür, dass Suchmaschinen und KI-Systeme kirchliche Informationen korrekt beantworten können. Für jeden Standort müssen möglichst vollständige Informationen vorliegen. Veranstaltungsdaten müssen aktuell gehalten werden, und alle Informationen müssen einer konsistenten Struktur folgen – von der Kommune über das Kirchengebäude bis hin zu den einzelnen Veranstaltungen. Zusätzlich müssen sämtliche Daten gemäß den Standards von schema.org ausgezeichnet werden, damit sie von Suchmaschinen und KI-Systemen eindeutig interpretiert werden können.

Ziel des Projekts

Langfristig soll eine flächendeckende strukturierte Datengrundlage für evangelische Angebote in Deutschland entstehen. Insgesamt sollen mehr als 750.000 einzelne Entitäten – darunter Standorte, Gebäude, Veranstaltungen und weitere verknüpfte Informationen – maschinenlesbar verfügbar gemacht werden.

Dadurch können Suchmaschinen und KI-Systeme kirchliche Angebote zuverlässiger in ihre Antworten einbeziehen. Menschen, die nach einer Kirche, einem Gottesdienst oder einer Veranstaltung suchen, können diese Informationen auch über KI-gestützte Suchsysteme leichter finden.

Mitmachen und Daten bereitstellen

Die Unterstützung vieler ist notwendig. Das Projekt ist Work in Progress. Der aktuelle Stand ist bereits unter kirche.info abrufbar. Weitere Datenquellen werden schrittweise eingebunden.

Da die meisten Veranstaltungsdatenbanken der Landeskirchen auf der dezentralen Dateneingabe durch Gemeinden und Kirchenkreise beruhen, hängt die Qualität des Gesamtdatenbestands entscheidend von deren Mitwirkung ab. Je mehr Gemeinden ihre Kirchen, Gottesdienste und Veranstaltungen in die Datenbanken ihrer Landeskirchen einpflegen, desto vollständiger und aktueller werden die Informationen, die künftig von Suchmaschinen und KI-Systemen gefunden und genutzt werden können.

 

Kontakt:

Christian Sterzik (EKD)

Christian.Sterzik@ekd.de

Gregory Elson (GEP)

gelson@gep.de

Ralf Peter Reimann (EKiR)

ralfpeter.reimann@ekir.de

 

  • Red
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