Düsseldorf. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat das Modell für eine langfristig tragfähige Finanzierung ihrer zehn Schulen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz konkretisiert. Damit schafft sie die Grundlage, die Schulen auch künftig verlässlich zu finanzieren und ihre Bildungsarbeit mit evangelischem Profil nachhaltig zu sichern. Die Einführung freiwilliger Förderbeiträge ist zum Schuljahr 2027/2028 vorgesehen.
Nachdem die Landessynode im Januar dieses Jahres im Rahmen der Finanzstrategie für die Kirche der Zukunft die Einführung freiwilliger Förderbeiträge beschlossen hatte, wurde das Modell in einem intensiven Beteiligungsprozess gemeinsam mit Elternvertretungen, Schulleitungen und der Schulstiftung weiterentwickelt. Es ist sozial ausgewogen, solidarisch ausgestaltet und berücksichtigt die unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der Familien. Die freiwilligen Förderbeiträge werden unabhängig vom Schulbetrieb über die Schulstiftung der rheinischen Landeskirche organisiert und verwaltet.
„Viele Familien entscheiden sich ganz bewusst für unsere Schulen und ihr besonderes evangelisches Bildungsangebot. Umso schwerer ist uns die Entscheidung gefallen, bei ihrer Finanzierung einen neuen Weg einzuschlagen. Angesichts der deutlich veränderten Haushaltslage unserer Kirche können wir jedoch nicht einfach weitermachen wie bisher. Mit den freiwilligen Förderbeiträgen schaffen wir eine zusätzliche Säule, um die Zukunft unserer Schulen dauerhaft zu sichern. Dabei setzen wir auf die freiwillige und solidarische Unterstützung der Eltern – immer im Rahmen ihrer jeweiligen finanziellen Möglichkeiten“, erläutert Oberkirchenrätin Henrike Tetz, Leiterin der Abteilung Bildung und Diakonie im Landeskirchenamt.
Schulstiftung wird neu ausgerichtet
Grundlage des Modells ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen der rheinischen Kirche als Schulträgerin und der Schulstiftung , die am 1. August 2027 in Kraft tritt. Für die neuen Aufgaben im Rahmen der Schulfinanzierung wird die Schulstiftung derzeit auf personeller und organisatorischer Ebene neu aufgestellt. Mit Christian Brand (59) wurde zum 1. Juni dieses Jahres ein erfahrener Experte für Kommunikation, Organisationsentwicklung und Fundraising zum Geschäftsführer der Schulstiftung berufen. In seiner Funktion verantwortet Brand unter anderem die strategische Weiterentwicklung der Stiftung, den Aufbau der notwendigen Strukturen, die künftige Rechenschaftsberichterstattung sowie die Kommunikation mit den Familien.
Mit den freiwilligen Förderbeiträgen will die Schulstiftung schrittweise eine zusätzliche Säule zur Unterstützung der Finanzierung der kirchlichen Schulen aufbauen. Sie soll dazu beitragen, sinkende Einnahmen aus Kirchensteuern und Kirchgeld auszugleichen und die Finanzierung der Schulen langfristig auf eine breitere und verlässlichere Grundlage zu stellen.
Eltern haben das Modell maßgeblich mitgestaltet
Nach dem Beschluss der Landessynode im Januar dieses Jahres hat sich die Evangelische Kirche im Rheinland bewusst für einen dialogorientierten und partizipativen Prozess entschieden. In einer Arbeitsgruppe haben Elternvertreterinnen und Elternvertreter, Mitglieder des Kuratoriums und des Vorstands der Schulstiftung, Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Verantwortliche der Schulträgerin gemeinsam ein Modell für die freiwilligen Förderbeiträge erarbeitet. Zwischenergebnisse wurden im Konvent der Elternvertretungen, im Kuratorium der Schulstiftung und im Konvent der Schulleitungen kritisch geprüft. Dabei wurden unterschiedliche Ideen und Argumente ebenso berücksichtigt wie persönliche Erfahrungen und die verschiedenen Lebenssituationen der Familien. Ein besonderes Augenmerk lag auf einer sozial ausgewogenen und solidarischen Gestaltung. Die Perspektiven der Beteiligten – insbesondere der Eltern – sind so maßgeblich in das nun vorliegende Modell eingeflossen.
Auch künftig werden die Eltern als Mitglieder des Kuratoriums der Schulstiftung eine zentrale Rolle spielen. Das Kuratorium prüft die ordnungsgemäße Verwendung der Mittel und legt jährlich die Verteilung der eingeworbenen Förderbeiträge fest. Der Großteil des jeweiligen freiwilligen Förderbeitrags kommt unmittelbar der Schule zugute, an der er geleistet wurde. Ein kleiner Teil der freiwilligen Förderbeiträge dient dem solidarischen Ausgleich zwischen den Schulen.
Informations- und Dialogangebote für Eltern
Im September, Oktober und November laden die Evangelische Kirche im Rheinland und die Schulstiftung Eltern und Erziehungsberechtigte zu Dialogabenden an den jeweiligen Schulen ein. An verschiedenen Themeninseln können sie mit Vertreterinnen und Vertretern der Landeskirche und der Schulstiftung, den Schulleitungen sowie Mitgliedern des Kuratoriums persönlich in den Austausch kommen. Die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner an den Themeninseln informieren über die finanziellen Hintergründe, die Freiwilligkeit und die soziale Ausgestaltung der Förderbeiträge, die vorgesehene Verwendung der Mittel sowie den praktischen Ablauf einer Förderzusage. Zugleich bieten die Abende Raum für Fragen, Anregungen und Hinweise der Familien.