21.12. – Christkind oder Weihnachtsmann?

Heute bietet unser Adventskalender ein paar Informationen über das Christkind. Wie war der Weg vom Nikolaus zum Christkind und was hat der Weihnachtsmann damit zu tun? (zusammengestellt aus verschiedenen Quellen, überwiegend aus Wikipedia).

Das Christkind

Die Entstehungsgeschichten der beiden mit Weihnachten verknüpften Symbolfiguren „Christkind“ und „Weihnachtsmann“ sind nicht exakt nachvollziehbar. Insbesondere die Entstehung des Weihnachtsmann-Mythos ist recht schwammig, es scheint sogar so, dass darin zu einem kleinen Teil noch sehr alte, sogar vorchristliche Traditionen mitschwingen.

Um uns in diesem Wirrwarr nicht völlig zu verirren, betrachten wir hier vorzugsweise den Blickwinkel des Geschenkebringens und klammern Verknüpfungen mit dem Nikolaus weitgehend aus (zum Nikolaus siehe auch unseren Adventskalenderbeitrag vom 6. Dezember).

Als Ausgangspunkt können wir davon ausgehen, dass der ursprüngliche Brauch, Kindern in der dunklen Jahreszeit eine Kleinigkeit – meist Naschwerk – zu schenken, überwiegend auf den Sagen um den „Heiligen Nikolaus“ beruht, dessen Gedenktag am 6. Dezember gefeiert wird. Allerdings war es in manchen Gegenden Brauch, die Kinder nicht am Nikolaustag zu beschenken, sondern am „Tag der unschuldigen Kinder“, also am 28. Dezember.

Martin Luther lehnte die Heiligenverehrung im Rahmen seiner Überlegungen zu den seinerzeitigen kirchlichen Praktiken, die schließlich zur „Reformation“ führten, aus prinzipiellen Gründen ab. Mit dem Ziel, die Bedeutung des „Nikolaus“ zu verringern und die Wichtigkeit der Geburt Jesu für das Christentum hervorzuheben, betonte er die Idee, den Geschenkebringer Nikolaus durch das Christkind als Symbolfigur abzulösen und das „Geschenkefest“ vom 6. Dezember auf das Weihnachtsfest zu verlegen, denn der 25. Dezember ist etwa seit Mitte des 4. Jahrhunderts der festgelegte Geburtstag von Jesus (der tatsächliche Geburtstag ist weder überliefert noch ermittelbar). Bei Luthers gedanklichem Ansatz ist das „Christkind“ selbstverständlich symbolisch zu verstehen, denn es liegt auf der Hand, dass ein neugeborenes Kind keine Geschenke transportieren oder verteilen kann. Dieser Vorstoß von Luther hatte neben den „ideologischen“ Gründen natürlich auch eine tiefere religiöse Bedeutung: Zum einen wird die Geburt des Erlösers Jesus als Geschenk Gottes an die gläubigen Menschen ins Bewusstsein gerückt, und zum anderen wird dieser Tag als besonderer Tag im Jahreslauf hervorgehoben, denn Geburtstage waren damals grundsätzlich unwichtig.

In den Gegenden, in denen die Reformation Fuß fasste, wurde die Verlagerung vom Nikolaus zum „Christkind“ rasch aufgegriffen. Dem Brauchtum zufolge bringt das Christkind den Kindern Weihnachtsgeschenke, ohne dabei gesehen zu werden. So entwickelte sich die Vorstellung einer engelsgleichen Erscheinung des Christkinds. Das symbolische Christkind wird daher häufig als blondgelocktes Kind mit Flügeln und Heiligenschein dargestellt und hat insofern keine Ähnlichkeiten mit dem biblischen Jesuskind in der Krippe in Bethlehem.

Die Vorstellungen über das Christkind verselbständigten sich im Laufe der Zeit, und der Bezug zu Jesus Christus wurde immer unklarer. Diese Unklarheit wird zusätzlich durch unsere Umgangssprache unterstützt, da es an Skulpturen und Bildern des Jesuskindes nicht mangelt, insbesondere im Zusammenhang mit dem Kind in der Krippe. In diesen Darstellungen wird das Kind aber umgangssprachlich als „Christkind“ bezeichnet – und damit ist die sprachliche Verwirrung perfekt.

Während auf katholischer Seite die Christkind-Traditionen erst im Laufe des 19. Jahrhunderts übernommen wurden, wurde die Beliebtheit des ursprünglichen Christkindbrauchs bei den Protestanten in einem sehr langsamen Prozess durch mehr oder weniger weltliche Versionen des Weihnachtsmanns zurückgedrängt. Der aber hat eine eigene „Entwicklungsgeschichte“…

Der Weihnachtsmann

Um es gleich vorweg zu klären: Der Weihnachtsmann ist keine Erfindung einer US-amerikanischen Limonaden-Firma – die hat die Symbolfigur ab 1931 nur geschickt und massiv für eigene Reklamezwecke vermarktet. Vorbild für den „Limonaden-Weihnachtsmann“ war ein Weihnachtsmann mit Schlitten und Rothirschen auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900; sein Bild ging von dort um die ganze Welt.

Der Weihnachtsmann ist ähnlich wie das Christkind eine Symbolfigur für das weihnachtliche Schenken. Er ist in Deutschland und in vielen christlich geprägten Regionen der Welt populär geworden, besonders in evangelisch geprägten Regionen.

Angeblich bringt der Weihnachtsmann braven Kindern am Heiligen Abend Geschenke. Er wird üblicherweise als freundlicher, etwas dicklicher alter Mann mit langem weißem Bart dargestellt, der in ein rotes Gewand gekleidet ist, das mit weißem Pelz verziert ist. Dazu trägt er eine lange rote Bommelmütze, ebenfalls mit weißem Pelzbesatz, und einen Geschenkesack, früher auch eine Rute. Solche Darstellungen gab es bereits im 19. Jahrhundert auf zeitgenössischen Postkarten. Großen Anteil an der Verbreitung der Geschichte vom Weihnachtsmann hatte auch das recht militante Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, dessen Text 1835 Hoffmann von Fallersleben schrieb. Daraus lässt sich ableiten, dass der Weihnachtsmann schon zu dieser Zeit als Gabenbringer allgemein bekannt gewesen sein muss.

Eine frühe Darstellung des Weihnachtsmanns findet sich auch in dem Gedicht „’Twas the Night Before Christmas“, das am 23. Dezember 1823 in der Zeitung „The Troy Sentinel“ (Staat New York, USA) anonym veröffentlicht wurde, wobei die Urheberschaft bis heute nicht zweifelsfrei geklärt ist. Dieses Gedicht hatte erheblichen Einfluss auf den Weihnachtsmann-Mythos, insbesondere in den USA und in Großbritannien. Er beschrieb den Nikolaus als rundlichen, lustigen „Elfen“ mit rundem kleinen Bauch, ganz in Fell gekleidet, mit glitzernden Augen, rosigen Bäckchen, einer Nase wie eine Kirsche, einem langen schneeweißen Bart und einer Pfeife, der in einem von acht Rentieren gezogenen Schlitten vorbeiflog, auf Hausdächern landete und durch die Schornsteine in die Wohnzimmer kam und die vor dem Kamin hängenden Socken mit Geschenken füllte.

Publizistisch erwähnt wurde der „Weyhnachtsmann“ hingegen schon im Jahr 1770 in einer Berliner Wochenzeitschrift.

Noch ältere Wurzeln finden sich in den Sagen des nördlichen Europas. Dort existiert seit alters her eine Sagengestalt, die mit Rute und Nüssen die Menschen auf die lange Winterszeit vorbereitet. Die Rute galt dabei als Fruchtbarkeitssymbol, die Nüsse als gehaltvolle und haltbare Nahrung. Dieser bärtige alte Mann war in einen langen braunen Winterpelz mit Kapuze gekleidet und fuhr auf einem Rentierschlitten, als sein Wohnort wurde Lappland angesehen. Man geht davon aus, dass hier sogar noch Elemente der nordischen Götter Odin und Balder enthalten waren.